Angst ist kein Hindernis. Angst ist ein Hinweis.

Viele Menschen glauben, Mut bedeute, angstfrei zu sein.

Das Gegenteil ist der Fall.

Wer keine Angst mehr spürt, erkennt Gefahren oft zu spät. Angst ist das Warnsignal unseres Systems. Sie macht uns aufmerksam. Sie schärft unsere Wahrnehmung. Sie weist uns darauf hin, dass etwas nicht stimmt.

Angst ergibt Sinn.

Das Problem beginnt dann, wenn deine Angst die Kontrolle übernimmt.

In einer Gefahrensituation reagiert der Mensch nicht immer mit Kampf oder Flucht. Viele Menschen erstarren einfach. Der Körper funktioniert noch, aber der Geist blockiert. Entscheidungen werden nicht getroffen. Handlungen werden nicht ausgeführt. Lebenszeit geht verloren.

Im Notfall kann es den Unterschied zwischen Gesundheit und Verletzung bedeuten.

Deshalb besteht Selbstverteidigung nicht darin, Angst zu eliminieren.

Sie besteht darin, Angst auszuhalten und handlungsfähig zu bleiben.

Wer Selbstverteidigung trainiert, trainiert nicht nur Techniken. Er trainiert auch den Umgang mit Stress, Druck und Unsicherheit. Er lernt, die eigene Angst anzunehmen und zu kontrollieren.

Angst darf lenken.

Sie darf warnen.

Sie darf die Aufmerksamkeit erhöhen.

Aber sie darf nicht das Ruder völlig übernehmen.

Mahatma Gandhi formulierte es treffend:

„Fear has its use, but cowardice has none.“

Angst hat ihren Nutzen.

Feigheit keinen.

Der entscheidende Unterschied liegt darin, was wir aus unserer Angst machen. Akzeptieren wir sie als Hinweis auf eine Gefahr? Oder lassen wir zu, dass sie uns lähmt?

Absolute Furchtlosigkeit ist weder realistisch noch erstrebenswert.

Handlungsfähigkeit trotz Angst hingegen schon.

Wer seine Angst akzeptiert, versteht und kontrollieren lernt, kann noch handeln, wenn es zählt.

Auch das ist Selbstverteidigung:
Entweder kontrolliert die Angst dich, oder du kontrollierst deine Angst.

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