Viele Menschen denken bei Selbstverteidigung an Schläge, Tritte oder Hebel.
Selbstverteidigung beginnt mit Abstand. Mit einer gesunden Distanz.
Distanz schafft Zeit. Zeit schafft Möglichkeiten. Möglichkeiten schaffen Handlungsspielraum.
Wer Distanz hält, kann beobachten. Wer beobachten kann, kann entscheiden. Wer entscheiden kann, kann sich rechtzeitig distanzieren. Distanzieren ist Kontrolle. Kontrolle ermöglicht Flucht. Flucht ist das Vermeiden von Kämpfen. Kämpfen ist die allerletzte Option.
Deshalb ist Distanz nicht nur eine räumliche Frage. Sie beginnt mit Aufmerksamkeit.
Wer aufmerksam durchs Leben geht, erkennt Situationen früher. Er bemerkt Menschen früher. Er nimmt Spannungen wahr, bevor sie eskalieren. Er erkennt Chaos, bevor er mittendrin steht.
Aufmerksamkeit schafft Distanz.
Im Alltag bedeutet das oft einfache Dinge.
Man hält Abstand zu unbekannten Personen, wenn die räumlichen Umstände es erlauben.
Man wählt seinen Platz im öffentlichen Raum bewusst.
Man achtet auf seine Umgebung. Und die Menschen um sich herum.
Man entscheidet selbst, mit wem man seine Zeit verbringt.
Und manchmal bedeutet Distanz schlicht, sich von Menschen, Konflikten oder Situationen fernzuhalten, die spürbar ins Chaos führen.
Distanz ist kein Zeichen von Angst.
Distanz ist ein Zeichen von Verantwortung.
Im Training unterscheiden wir zwischen drei Bereichen.
Grün bedeutet sichere Distanz. Zeit und Handlungsmöglichkeiten sind vorhanden.
Gelb bedeutet eine Distanz, aus der Angriffe bereits möglich werden. Aufmerksamkeit wird wichtiger. Entscheidungen sollten spätestens jetzt getroffen werden.
Rot bedeutet Nahdistanz. Die Situation ist unmittelbar. Handlungsmöglichkeiten werden weniger. Man kann nur noch reagieren. Genau deshalb gilt es, diesen Bereich möglichst zu vermeiden.
Das Ziel ist nicht, in Rot besonders gut zu sein.
Das Ziel ist, möglichst lange in Grün zu bleiben.
Mehr Distanz bedeutet mehr Reaktionszeit.
Mehr Reaktionszeit bedeutet klarere Entscheidungen.
Mehr Distanz reduziert den Überraschungsvorteil eines Angreifers.
Die beste Verteidigung ist oft nicht die Technik, die einen Angriff stoppt.
Die beste Verteidigung ist die Distanz, die verhindert, dass der Angriff überhaupt stattfinden kann.
Notausgang: Distanz.
