Faulheit ist dein leiser Gegner.
Sie schreit nicht.
Sie bedroht dich nicht.
Sie greift dich nicht an.
Sie ist in dir und flüstert dir zu:
Heute mache ich mal eine Pause.
Morgen fange ich dann richtig an.
Ein Training weniger ist egal.
Genau darin liegt die Gefahr.
Faulheit wirkt nicht wie ein Schlag.
Sie wirkt wie ein Gift.
Langsam.
Unbemerkt.
Tag für Tag.
Denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Ich kenne dieses Gift selbst gut.
Fast zehn Monate lang habe ich mein eigenes Fitnesstraining stark vernachlässigt. Natürlich war ich weiterhin auf der Matte. Ich habe unterrichtet, trainiert und Sparring gemacht.
Aber meine körperliche Fitness war offensichtlich schlechter geworden.
Auf der Matte hat mich vor allem meine Routine gerettet.
Der Körper funktionierte noch.
Die Techniken funktionierten noch.
Die Erfahrung war noch vorhanden.
Doch das Fundament fehlte.
Meine Belastbarkeit sank.
Mein Wohlbefinden verschlechterte sich. Geistig und körperlich.
Und ich musste feststellen:
Ich hatte mich an diese Bequemlichkeit gewöhnt.
Schaut euch das Bild zu diesem Beitrag an. Das bin ich. Kein perfekter Trainer, sondern ein Mensch, der beschlossen hat, den bequemen Weg wieder zu verlassen.
Diese Erkenntnis kam mir ausgerechnet in der Sauna.
Während ich schwitzte, entstand plötzlich ein Bild in meinem Kopf.
Ich schwitze gerade das Gift aus.
Das Gift, das Faulheit heißt.
Es infiziert nahezu alle Bereiche des Lebens.
Wer dauerhaft den einfachsten Weg sucht, verliert langsam die Fähigkeit, unbequeme Wege überhaupt noch zu gehen.
Selbstverteidigungstraining darf niemals bequem sein.
Denn die Realität ist im Notfall äußerst unbequem.
Eine kritische Situation fragt dich nicht, ob du heute willst.
Sie fragt auch nicht, ob du gestern trainiert hast.
Sie verlangt Leistung.
Sofort.
Deshalb muss man sich regelmäßig daran erinnern, dass Anstrengung nichts Negatives ist.
Anstrengung ist Training.
Anstrengung ist Entwicklung.
Anstrengung ist Leben.
Das gilt übrigens auch im klassischen Kampfsport.
Nach einer längeren Trainingspause müssen viele Wettkämpfer zunächst wieder Gewicht reduzieren und sich selbst disziplinieren.
Nicht, weil sie es nicht könnten.
Sondern weil sie sich erst wieder daran gewöhnen müssen, sich zu quälen.
Genau darin steckt eine wichtige Wahrheit.
Leistung beginnt oft dort, wo Bequemlichkeit endet.
Nach einer faulen Phase muss man nicht nur Muskeln aufbauen.
Man muss vor allem die richtige Mentalität und notwendige Disziplin zurückgewinnen.
Die Bereitschaft, wieder freiwillig das Unangenehme zu wählen.
Jede Trainingseinheit ist deshalb mehr als Bewegung.
Sie ist eine Entscheidung.
Eine Entscheidung gegen Bequemlichkeit.
Eine Entscheidung gegen Stillstand.
Eine Entscheidung gegen das Gift.
Der erste Gegner sitzt deshalb oft nicht vor uns.
Er sitzt in uns.
Nur dein Fleiß besiegt deine Faulheit.
