Die Welt braucht keine Helden. Sie braucht Überlebende.

Der Held sucht die Anerkennung.

Der Überlebende sucht den Ausweg.

Der Selbstschutz schreibt selten Heldengeschichten.

In der Selbstverteidigung geht es nicht darum, besonders heldenhaft zu sein.

Sondern wehrhaft, um zu überleben.

Du musst deine Stärke nicht beweisen, nur ihrer bewusst sein.

Du kannst den Notfall nicht gewinnen, nur möglichst unverletzt überstehen.

Eigentlich simpel.

Trotzdem juckt dich vielleicht dein Ego:

Ich kann doch jetzt nicht einfach weitergehen.

Dem zeige ich es.

Ich kann im Training doch gut kämpfen.

Also werde ich diesen Straßenkampf gewinnen.

Hochmut kommt vor dem Fall.

Ein Notfall ist kein Wettkampf.

Wer das Feuer sucht, kann darin umkommen.

Denn die Dynamik der Gewalt ist nicht kontrollierbar.

Du kannst stärker sein.

Schneller.

Besser trainiert.

Du kannst alles richtig machen.

Und trotzdem verlieren.

Vielleicht hat dein Gegenüber ein Messer.

Vielleicht sind es plötzlich doch mehr Angreifer.

Vielleicht stolperst du.

Vielleicht schlägst du mit dem Kopf auf Beton.

Vielleicht reicht ein einziger Treffer.

Deshalb zählt alles, was hilft, zu überleben.

Vermeiden.

Deeskalieren.

Nachgeben.

Täuschen.

Fliehen.

Hilfe suchen.

Sich verstecken.

Sich wehren.

Und wenn das eigene Leben tatsächlich bedroht ist, kann auch eine Gegenwehr notwendig werden, die für den Angreifer tödlich endet.

„There is no beauty in Krav Maga.“ – Ran Nakash beim Military Krav Maga Seminar in Berlin (2011)

Überleben hat keine Ästhetik.

Es muss nicht gut aussehen.

Nicht stark.

Nicht ehrenhaft.

Es muss funktionieren.

Es geht aber nicht immer nur um dich.

Wenn andere Menschen deine Hilfe brauchen, darfst du das nicht einfach ignorieren.

Zivilcourage kann notwendig sein.

Auch wenn sie bedeutet, für andere Risiken einzugehen.

Notwendiges Handeln vom eigenen Heldenimpuls abgrenzen zu können, ist Selbstschutz.

Bleibe ich, weil ich gebraucht werde?

Oder bleibe ich, weil mein Ego mich nicht gehen lässt?

Kämpfe ich, weil ich muss?

Oder weil mein Ego gewinnen will?

Das ist ein entscheidender Unterschied.

Wehrhaftigkeit erfordert nicht, dass du kämpfst.

Wehrhaftigkeit bedeutet, dass du handelst.

Und manchmal ist die wehrhafteste Lösung, die sich in der Situation ergibt, nicht der Kampf.

Du musst niemandem beweisen, wie mutig du bist.

Du musst niemandem zeigen, was du kannst.

Der Held braucht die Anerkennung.

Der Überlebende den Ausweg.

Denn eigentlich geht es nicht nur um dich.

Es gibt Menschen, die auf dich warten.

Deine Welt möchte sich nicht an den Helden erinnern.

Sie möchte mit dem Überlebenden zusammen sein.

Die Welt braucht keine Helden.

Deine Welt braucht dich.

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