Na und?
Manchmal ist es einfach so wie es ist.
Nicht ein bisschen.
Nicht nur eine Kleinigkeit.
Sondern wirklich Alles.
Du bist müde.
Du bist erschöpft.
Du bist krank.
Du bist verletzt.
Du bist ängstlich.
Oder du hast einen Fehler gemacht.
Beziehungsweise jemand hat einen folgenschweren Fehler gemacht, den du ausbaden musst.
Etwas ist passiert, das du nicht mehr rückgängig machen kannst.
Du kannst dich ärgern.
Du kannst jammern.
Du magst dir vielleicht sogar wünschen, dass es anders gelaufen wäre.
Ist es aber nicht.
Es ist, wie es ist.
Scheiße.
Und das musst du zunächst akzeptieren.
Nicht gutheißen.
Nicht schönreden.
Nicht dauerhaft tolerieren.
Akzeptieren.
Denn diese Realität ist unabänderlich.
Wie im Leben.
So auch in der Selbstverteidigung.
Wenn dein Gegenüber größer ist, ist es größer.
Wenn es stärker ist, ist es stärker.
Wenn du verletzt bist, bist du verletzt.
Wenn du Angst hast, hast du Angst.
Wenn du keinen Ausweg findest, hast du keinen Ausweg.
Wenn du einen Fehler gemacht hast, hast du einen Fehler gemacht.
Und wenn dein Gegenüber ein Messer hat, hast du ein lebensbedrohliches Problem.
Du kannst dir in diesem Moment eine andere Realität herbeisehnen.
Du bekommst sie allerdings nicht serviert.
Also musst du akzeptieren, was ist. Aber du musst es nicht dauerhaft tolerieren.
Denn akzeptieren bedeutet nicht erdulden.
Du musst dich nicht damit abfinden.
Du musst nicht darauf warten, dass jemand anderes etwas verändert.
Du musst der Realität nicht zustimmen.
Du musst dich dieser Realität stellen.
Du musst reagieren.
Vielleicht kannst du nicht alles gleich verändern.
Vielleicht kannst du gerade nur einen kleinen Teil verändern.
Vielleicht kannst du im Moment überhaupt nichts verändern.
Auch das musst du akzeptieren.
Aber sobald du handeln kannst, entscheidest du, wie du aus dieser Situation kommst.
Du kannst nur mit dem arbeiten, was da ist.
Mit deinen individuellen Möglichkeiten.
Mit deinen persönlichen Fehlern.
Mit deiner eigenen Angst.
Mit deinen körperlichen und seelischen Verletzungen.
Mit deiner aktuellen beschissenen Ausgangslage.
Es wird nicht besser, nur weil es so nicht sein dürfte.
Alles ist also scheiße?
Na und!
Dann musst du halt deine Scheißsituation akzeptieren.
Es gibt gerade keine andere Option.
Zumindest solange, bis nicht mehr alles scheiße ist.