Der Körper spricht

Vor dem ersten Wort spricht der Körper.

Wir teilen uns ständig mit.

Mit unserer Haltung.
Mit unserem Blick.
Mit unserer Gestik.
Mit unserer Mimik.
Mit unserer Atmung.
Mit jeder Bewegung.

Andere Menschen nehmen diese Signale wahr.

Meist bevor wir es selbst realisieren.

Sie erkennen Unsicherheit.
Selbstvertrauen.
Anspannung.
Offenheit.
Ablehnung.
Zuwendung.

Auch Menschen mit schlechten Absichten lesen unsere Körpersprache.

Und reagieren darauf.

Wer Körpersprache versteht, erkennt Entwicklungen häufig früher.

Und wer den eigenen Körper besser versteht, kann bewusst Signale senden.

Körpersprache ist kein Talent.

Wie jede Sprache kann man sie lernen zu lesen und zu sprechen.

Denn selbstbewusste Körpersprache ist Selbstverteidigung.

Nur das Wesentliche zählt.

Unsere Aufmerksamkeit ist begrenzt.

Jeden Tag kämpfen unzählige Dinge um sie. Neueste Nachrichten, laute Werbung, soziale Medien, unterschiedliche Meinungen, alltägliche Sorgen, gesellschaftliche Erwartungen und weltweite Großereignisse. Ständig wird versucht, unseren Fokus auf dieses oder jenes abzulenken.

Das Problem dabei: Wer sich mit allem beschäftigt, verliert leicht das Wesentliche aus den Augen.

Gerade in Konflikt- und Gefahrensituationen wird das deutlich.

Viele Menschen richten ihre Aufmerksamkeit auf die falschen Dinge. Sie achten auf Worte statt auf Taten. Auf Lautstärke statt auf Verhalten. Auf Provokationen statt auf die tatsächliche Gefahr. Und lassen sich davon beeindrucken.

Nähert sich uns ein aggressiver Mensch und betritt unseren Nahbereich, konzentrieren sich viele automatisch auf dessen Gesicht. Sie starren auf die Augen, lassen sich von einem durchdringenden Blick beeindrucken oder reagieren emotional auf Beschimpfungen und Drohungen.

Doch genau dort liegt oft die Ablenkung vom Wesentlichen.

Entscheidend ist nicht, wie böse jemand schaut. Entscheidend ist, was er tut.

Wie bewegt sich sein Körper? Verkürzt er die Distanz? Verändert sich seine Haltung? Wo befinden sich seine Hände? Baut sich Spannung auf?

Die Körpersprache verrät oft mehr als Worte oder Mimik.

Wer seine Aufmerksamkeit bewusst vom Gesicht auf den gesamten Körper lenkt, erkennt wichtige Informationen früher. Gleichzeitig sinkt die Gefahr, sich von Einschüchterungsversuchen psychisch beeinflussen zu lassen.

Das gilt nicht nur in der Selbstverteidigung.

Auch im Alltag versuchen Menschen immer wieder, unsere Aufmerksamkeit zu lenken. Manche bewusst, manche unbewusst. Nicht jede Provokation verdient eine Reaktion. Nicht jede Meinung verdient unsere Energie. Nicht jede Ablenkung verdient unseren Fokus.

Wehrhaftigkeit bedeutet deshalb nicht nur, sich körperlich verteidigen zu können.

Wehrhaftigkeit bedeutet auch, die eigene Wahrnehmung bewusst zu steuern.

Wer entscheidet, worauf er seinen Fokus richtet, behält die Kontrolle über sein Denken und Handeln.

Deshalb gilt in der Selbstverteidigung wie im Alltag:

Konzentriere dich auf das Wesentliche.

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